Prüfadapter für kleine Serien: Eigenbau statt 2000€ Rohadapter

3D-Druck_Pruefadapter

Warum sich Selbstbau bei kleinen Stückzahlen rechnet

Für eine von mir entwickelte Leiterplatte habe ich einen eigenen Prüfadapter (Test-Jig) gebaut.
Bewusst kein Fertigsystem, sondern eine Lösung, die genau zu meiner Platine passt.

Ein Nadelprüfadapter ist ein nützliches Werkzeug, mit dem wir unsere Leiterplatten testen sowie Prozessoren programmieren. Er ermöglicht es, präzise elektrische Verbindungen zu den verschiedenen Punkten auf der Leiterplatte herzustellen, ohne diese physisch zu beschädigen.

Mit einem Nadelprüfadapter können verschiedene Tests durchgeführt werden, z. B. Funktionstests, Signalübertragungstests oder Fehlerdiagnosen. Die Nadeln des Adapters sind so konstruiert, dass sie die Kontaktflächen der Leiterplatte berühren, ohne die Bauteile oder Leiterbahnen zu beschädigen.

Eckdaten des oben dargestellten Prüfadapters:

  • Stückzahl: ca. 10 Leiterplatten pro Woche
  • Raster: 2,54 mm
  • Kontakte: vergoldete Prüfnadeln mit Hülsen (INGUN)
  • Bewegung: lineare Abwärtsbewegung
  • Führung: zwei kugelgelagerte Führungen
  • Anpressung: Stoßdämpfer aus dem Modellbau (1:10)
  • Endanschlag: mechanisch definiert
  • Statusanzeige: 4 LEDs an der Front
  • Materialkosten: ˜ 100 €

Vergleich mit Fertigsystemen

Ein industrielles Prüfadapter-System kostet schnell ~2000 €.
Und das ist nur das Rohsystem:

  • keine Anpassung an die eigene Leiterplatte
  • keine Kontaktierung
  • keine Mechanik für die konkrete Bauform
  • keine Applikation

Die eigentliche Anpassung kommt zusätzlich – zeitlich wie finanziell.

Warum Eigenbau in diesem Fall sinnvoll ist

  • Mechanik und Kontaktierung direkt auf die Platine ausgelegt
  • Keine Kompromisse durch Universalgehäuse
  • Schnell anpassbar, wenn sich das Layout ändert
  • Kosten im Verhältnis zur Stückzahl

Bei 10 Boards pro Woche braucht es:

  • saubere, reproduzierbare Kontakte
  • definierte Schließkraft
  • klare OK/Fehler-Rückmeldung

Keine überdimensionierte Industrieplattform.

Fazit

Fertige Prüfsysteme sind sinnvoll bei großen Stückzahlen und wechselnden Produkten.
Für kleine Serien ist ein gut gemachter Eigenbau oft:

  • wirtschaftlicher
  • flexibler
  • und technisch völlig ausreichend

Teuer heißt nicht automatisch besser – passend schon.

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6 Schritte für einen Nadelprüfadapter

  • Planung: Wo sollen die Nadeln platziert werden? Wie wird der Schaltkreis getestet und programmiert? Wir bauen automatische, halbautomatische und manuelle Prüfadapter. Mit Stand Alone Programmer oder PC Unterstützung oder mit einem Raspberry Pi.
  • Nadeln vorbereiten: Mit unserer CNC-Fräse wird das Nadelbett hochpräzise gefräst, danach werden die Nadeln gesetzt.
  • Befestigung: Überlegungen zur Befestigung des Prüflings (Leiterplatte, Stecker oder was sonst getestet werden soll).
  • Verdrahtung: Verdrahtung der Nadeln mit der Testhardware.
  • Test: Ausführliches Testen der Schaltungen.
  • Gehäuse: Natürlich braucht der Testadapter ein Gehäuse. Hier kommt wieder die CNC-Fräse oder auch ein 3D-Drucker zum Einsatz.

 

 


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